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19. Januar 2013

Podium in Wittingen zur Landtagswahl

Liebe BUND Mitglieder!

 

 

Die Veranstaltung der BUND Kreisgruppe Gifhorn zum Thema A39 in Wittingen am 07.01.2013 war ein voller Erfolg. Die Veranstaltung wurde eingeleitet durch einen Vortrag von Herrn Dipl.-Ing. Manfred Michel BUND Kreisgruppe Gifhorn. Es wurden die Forschungsergebnisse von Prof. Pez Leuphana Universität Lüneburg vorgestellt: Eine Literaturstudie ergibt, dass seit den sechziger Jahren kein Zusammenhang zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung einer Region und dem Bau von Autobahnen festgestellt werden kann. Die A39 ist eine Bundesfernstraße mit besonderem naturschutzfachlichem Planungsbedarf. Der bei der VerkehrsUntersuchung NordOst (VUNO) vorgeschlagene Ausbau der Bundesstraßen hätte deshalb mit besonderem Nachdruck verfolgt werden müssen. Alle von der Gesellschaft getroffenen Maßnahmen müssen auf schädliche Auswirkungen auf die Lebensumstände der kommenden Generation untersucht werden und Fehlentwicklungen unterlassen werden.

 

 

Die Kandidaten für die Niedersächsische Landtagswahl von CDU, SPD, FDP, Bündnis90/Die Grünen, Die Linke, FWG nahmen dann zu unseren Fragen Stellung, die wir auf der Grundlage der Forschungsergebnisse von Prof. Pez (Leuphana Universität Lüneburg) ausgearbeitet hatten.

 

 

Das Ergebnis war interessant: Die Vertreter von CDU, SPD, FDP glaubten an wirtschaftlichen Aufschwung durch den Bau der A39. Sie bestritten die Ergebnisse der Untersuchungen von Prof. Pez und Prof. Gather (Fachhochschule Erfurt) ohne ein Argument dagegen anführen zu können, geschweige denn eine andere unabhängige Untersuchung. Die Zerstörung wertvoller Biotope und den Verlust landwirtschaftlicher Flächen bedauerten sie als unvermeidliche Begleiterscheinungen. Die Kandidaten von Bündnis90/Die Grünen, Die Linke und FWG forderten einhellig eine andere Prioritätensetzung für die Verkehrspolitik. Der Bau von Autobahnen sei als unwirtschaftlich abzulehnen. Gründe dafür seien die zu erwartende zukünftige Energieknappheit und hohe Unterhaltungskosten bei abnehmender Bevölkerungszahl. Außerdem  betonten alle Vertreter den besonderen Wert eines großräumigen Gebietes mit wertvollen Biotopen und alter Kulturlandschaft. Eine solche Fläche, die in unserem Land selten geworden ist, müsse in ihrer Bedeutung als ökologische Ressource und als Lebensgrundlage für Landwirte und touristische Unternehmen erhalten bleiben.

 

 

Die Veranstaltung machte deutlich, dass es bei dem Problem A39 um einen tiefgreifenden Prozess des Umdenkens geht. Die alten Orientierungsmuster passen nicht mehr zu den drängenden Problemen unserer Gesellschaft. Die Fläche unseres Staates ist begrenzt, die Menschen fühlen sich durch Straßenbau erdrückt und wollen sich nicht Haus und Hof zerstören lassen. Die Bedrohung unseres Klimas erfordert einen Umdenkungsprozess: Keine Autobahnen mehr, dafür Ausbau des Bahnnetzes und der Wasserstraßen. Diese Sicht der Dinge wurde auch durch die ebenfalls auf dem Podium vertretene Frau Loock als Vertreterin der BI Natürlich Boldecker Land aus Jembke vertreten. Die Eingriffe der A39 mit einer Rastanlage in den von ihr bewirtschafteten Bauernhof sind derart gravierend, dass eine Weiterführung des Betriebes fraglich ist.

 

 

Eva Gresky